Politische Voraussagen als versteckte Planungen – Zur globalen Geostrategie des Westens | FASSADENKRATZER

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Politische Voraussagen als versteckte Planungen – Zur globalen Geostrategie des Westens

Die vielfache Planung und Steuerung der britischen und US-amerikanischen Politik durch elitäre Hintergrundkreise, insbesondere okkulte Gesellschaften, ist hier schon in mehreren Artikeln nachgewiesen worden.1„In der Politik geschieht nichts zufällig. Wenn etwas geschieht, kann man sicher sein, dass es auch auf diese Weise geplant war“, lautet ein bekannter Hinweis Franklin D. Roosevelts, der es als aktiver Freimaurer und US-Präsident wissen musste. Geostrategische Planungen solcher Kreise erscheinen oft in Zeitschriften oder Büchern im Gewande von Satiren oder weitsichtigen, genialen Voraussagen, welche in den Medien breit diskutiert werden und den Boden bereiten für das, was eben aus dem Dunkel der Zukunft absehbar auf uns zukommen soll.

Rudolf Steiner wies während des Ersten Weltkrieges in verschiedenen Vorträgen, so z.B. am 4.12.1916, darauf hin, dass bereits in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts „in gewissen okkulten Bruderschaften des Westens“ vom künftigen Weltkrieg die Rede gewesen sei „und dass dazumal die Schüler dieser okkulten Bruderschaften unterrichtet wurden durch Landkarten, durch die man ihnen gezeigt hat, wie Europa verändert werden sollte durch diesen Weltkrieg.“ 2 Eine solche Karte war am 25.12.1890 für die Öffentlichkeit in der „Christmas Number“ der britischen satirischen Zeitschrift „Truth“ erschienen und sollte die Traumbilder des seit 1888 herrschenden deutschen Kaisers Wilhelm II. darüber zeigen, welche neuen Staatsgrenzen Europa nach dem Krieg haben werde. Sie traten weitgehend so ein, teilweise erst 1945, am Ende des 2. Teiles des Weltkrieges.

Kampf der Kulturen

Solche Botschaften für die Insider und scheinbaren Voraussagen für die globalen Eliten erscheinen in Amerika heute vor allem in der Zeitschrift „Foreign Affairs“, die vom „Council on Foreign Relations“ (CFR) in etwas zweimonatlicher Folge herausgegeben wird. „Dem Council wird seit seiner Entstehung (1921) eine herausragende Funktion im Formulierungsprozess außenpolitischer Strategien zugesprochen und gehört mit den mit dem CFR eng verwobenen ´Chatham House` und ´Carnegie Endowment for International Peace` zur aktuellen Top 4 der weltweit wichtigsten und einflussreichsten privaten Think Tanks.“ (Wikipedia) Über die tieferen Entstehungszusammenhänge siehe hier. Foreign Affairs gilt entsprechend „als die führende Fachzeitschrift auf ihrem Gebiet weltweit und als die „Strategiezeitschrift der US-amerikanischen Außenpolitik“ schlechthin. … Vieles, was später in konkrete Politik umgesetzt wird, wurde hier zuerst erdacht und argumentativ entfaltet.“  (Wikipedia)

Im Sommer 1993 erschien in Foreign Affairs ein aufsehenerregender Artikel unter dem Titel „The Clash of Civilizations?“ von Samuel Huntington, der stark erweitert 1996 als Buch mit dem gleichen Titel (aber ohne Fragezeichen) veröffentlicht wurde. Huntington war ein in der Skull & Bones -Kaderschmiede der Yale-Universität und in Chicago ausgebildeter Politikwissenschaftler. Er lehrte am John M. Olin Institute for Strategic Studies der Harvard-Universität in Cambridge und war Berater des US-Außenministeriums.

Seine Kernprognose bestand darin, dass die Konflikte, die in der Vergangenheit zwischen den Ideologien der nationalstaatlich verfassten Bündnisse bestanden, in der Zukunft in Konflikte zwischen Zivilisationen übergehen würden. Er unterschied acht globale Kulturräume, von denen die für die westliche Welt bedeutendsten die chinesische und die islamisch geprägte Kultur seien. Zwischen diesen Kulturen und der des Westens bestünden zu große Bruchlinien, als dass es nicht zu Konflikten kommen könne und wahrscheinlich auch kommen werde. Der friedliche Übergang von der Pax Britannica zur Pax Americana sei nur der engen kulturellen Verwandtschaft beider Gesellschaften zu verdanken. Die Werte des Westens würden in anderen Kulturkreisen nicht als universelle Werte anerkannt.

Die Prognose solcher Konflikte zeigt sich schon in Huntingtons Buch als Verschleierung des Willens, sie planmäßig herbeizuführen. So heißt es da: „Der Westen eroberte die Welt nicht durch die Überlegenheit seiner Ideen oder Werte oder seiner Religion (zu der sich nur wenige Angehörige anderer Kulturen bekehrten), sondern vielmehr durch seine Überlegenheit bei der Anwendung von organisierter Gewalt. Oftmals vergessen Westler diese Tatsache; Nichtwestler vergessen sie niemals“ (Wikipedia zu Kampf der Kulturen). Das heißt ja: Wenn man sie nicht vergisst, wird man sich bei Gelegenheit rächen. Das ist der herbeizuführende Mechanismus. So fordert Huntington auch statt einer Politik der Menschenrechte eine Geopolitik der Macht, angeführt von den Vereinigten Staaten und die Stärkung der westlichen Identität nach außen und innen (vgl. Wikipedia zu Samuel Huntington).

Die Ereignisse vom 11. September 2001 – ob von der US-Regierung selbst inszeniert, wie in Pearl Harbor zugelassen oder von Osama bin Laden und seinen islamischen Räubern auf die ahnungslosen USA verübt, bleibe hier dahingestellt – eröffneten das westliche Vorgehen: weltweiter Krieg gegen den (islamistischen) Terror, Einmarsch in Afghanistan, 2. Irak-Krieg mit Entstehung des IS, Zerstörung des libyschen Staates und Vernichtung Gaddafis, importierter „Bürgerkrieg“ in Syrien, Flüchtlingswelle nach Europa, islamische Parallelgesellschaften, wachsende Konfrontationen zwischen Muslimen und freiheitlichem Rechtsstaat, etc. – Es trat und tritt ein, was Huntington angeblich vorausgesagt hatte, in Wahrheit aber bewusst herbeigeführt wurde.

Aber die Suggestion von der Voraussage der Zukunft durch einen genialen weitblickenden amerikanischen Wissenschaftler hat noch immer ihre Wirkung. So schrieb am 21.7.2016 der transatlantische Erfüllungsgehilfe Michael Stürmer3 in der „Welt“:

„Waren wir gewarnt? Ja, wir waren. Aber die Abwehr galt dem Boten, nicht seiner Botschaft. „Clash of Civilizations“ – Zusammenprall der Kulturen – hieß das Buch von Samuel Huntington, das vor zwanzig Jahren erschien. So beschrieb der renommierte Harvard-Professor die Zukunft und störte damit das allgemeine Aufatmen nach dem Kalten Krieg. Die Warnung blieb ungehört. Wer heute in dem 500-Seiten-Band blättert, entdeckt viel von den Feuern der Gegenwart, am meisten, wie Huntington damals zur Empörung aller Gutgesinnten schrieb, die brennenden Grenzen des Islams.“

„Das katastrophale 21. Jahrhundert“

Eine ähnliche Rolle wie Foreign Affairs in Amerika spielt die Londoner Wochenzeitschrift The Economist für die Hintergrundkreise in Großbritannien. „Sie gilt seit langem als ´eine der kompetentesten und subtilsten westlichen Zeitschriften der öffentlichen Angelegenheiten`“. „Die Publikation gehört zur Economist Group. Sie ist zu 50% im Besitz der englischen Niederlassung der Familie Rothschild und der Familie Agnelli. … Die Rothschilds und die Agnellis sind im Vorstand vertreten. … ´The Economist nimmt eine redaktionelle Haltung des klassischen und ökonomischen Liberalismus ein, der den Freihandel, die Globalisierung, die freie Einwanderung und den kulturellen Liberalismus unterstützt (wie etwa die rechtliche Anerkennung für gleichgeschlechtliche Ehe oder die Liberalisierung des Drogenhandels“ (Wikipedia). Zwei Redakteure sind Mitglieder des Beirates von Chatham House (Wikipedia zu Chatham House).

Der britische Publizist Terry Boardman, ein aufmerksamer Beobachter von The Economist und Foreign Affairs, wies vor einiger Zeit auf einen anonymen Artikel hin, der Ende 1992 in der Doppelausgabe 26.12.1992/8.1.1993 des Economist erschien, also ein halbes Jahr vor dem Artikel von Huntington in Foreign Affairs. Dieser Artikel war in Form eines Auszugs einer im Jahr 2992 geschriebenen Weltgeschichte gestaltet und trug den Titel: Rückblick von 2992 – Eine Weltgeschichte, Kapitel 13: Das katastrophale 21. Jahrhundert. Terry Boardman, mir aus mehreren persönlichen Begegnungen als vertrauenswürdig bekannt, referiert, dass der Artikel jedoch nur die erste Hälfte des 21. Jahrhunderts bis 2050 behandelt.

„Kurz, von 2011 an (dem Jahr des arabischen Frühlings und des Breivik-Massakers in Norwegen)kommt der eurasische Konflikt nach einem Militärputsch in einem muslimischen Land ins Rollen. Dies führt zu einer panislamischen Einheit, die über eigene Ölreserven verfügt, mit dem Ziel, das Kalifat wieder einzusetzen und einen einzigen Staat für alle Muslime zu bilden. Dieser verbindet sich dann irgendwie mit China, das seine eigenen Ziele mit «dem Westen» verfolgt, und China zwingt Japan zur Unterwerfung. Die Chinesen und Muslime werden sich zusammen gegen den Westen wenden. Interessanterweise kommt Israel in dem Artikel nicht einmal vor; es bleibt offenbar von all den Katastrophen des 21. Jahrhunderts unberührt; vielleicht, weil die Rothschilds bekannterweise Besitzer von 30% des Economist sind. ….
Es ist deutlich, dass der Autor des Artikels auch von anderen Kriegen in der Levante, in und um Syrien, ausgeht, da er sich auf die «Schlacht von Antiochien» (Antakya) bezieht. Antakya liegt heute in der Türkei, gerade über der Grenze von NW-Syrien. Antiochien war in klassischen Zeiten eine syrische Stadt, wo der heilige Paulus hinging und wo Christen zuerst «Christen» genannt wurden. Die Türkei, die von den Panislamisten als Verräterin des Islam angesehen wird, wird zum ersten Opfer des Bündnisses (von Muslimen und Chinesen). Am wichtigsten aber ist das Hauptziel: Russland!“ 4

 Das prophezeite Schicksal Russlands

Nach dem 1992 ausgedachten Szenario soll Russland bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts alle Gebiete östlich des Urals verlieren; wörtlich aus dem Economist: „… in zwei kurzen Kriegen werden die Grenzen (von Osten) bis zum Ural zurückgeschoben und bis zu einer heiklen Linie von der Mitte des Urals zum Asowschen Meer (Nebenmeer des Schwarzen Meeres, östlich der Krim).“ 5 Terry Boardman schildert weiter:

„Amerika hat sich in die Isolation zurückgezogen, ist nur Zuschauer der Verkleinerung Russlands. Der Artikel beschreibt weiter, wie Europa mit seinen Atom-Waffen ein weiteres Vordringen des [islamisch-chinesischen] Bündnisses verhindert, so dass sich die hauptsächlichen Kriege zwischen dem Bündnis und Russland abspielen. Der Westen liefert den Amboss und das Bündnis den Hammer, zwischen denen Russland zerrieben wird.
Während die Chinesen Ost-Sibirien nehmen, fällt der Rest an die Muslime. Russland würde so auf seine Grenzen im 16. Jahrhundert zurückgedrängt und damit geopolitisch ein rein europäischer Staat werden. Es würde dann, was im Artikel aber nicht ausdrücklich gesagt wird, reif für die Integration in das «Atlantische Europa», «Euro-Amerika» etc., wie Brzezinski es schon 1990 nannte. Mit anderen Worten: Russland würde in diesem eurasischen Krieg des 21. Jahrhunderts, der 2011 beginnen und ungefähr 2050 enden würde, von Euro-Amerika übernommen werden.“ 6

Zbigniew Brzezinski, führender US-Geostratege und CFR-Mitglied, befürwortete 1997 in seinem Buch Die einzige Weltmacht – gleichsam vorbereitend – die Aufgliederung eines künftig lockerer konföderierten Russlands in drei Teile: ein europäisches Russland, eine sibirische Republik und eine fernöstliche Republik (S. 288-289). Und das europäische Russland müsse in ein größeres euroatlantisches System dauerhaft und sicher einbezogen werden (S. 130). In Bezug auf die Instrumentalisierung des Islam gegen Russland schrieb er genüsslich: „Für die Russen muss das Gespenst eines möglichen Konflikts mit den islamischen Staaten entlang der gesamten Südflanke Russlands (die zusammen mit der Türkei, dem Iran und Pakistan mehr als 300 Millionen Menschen aufbieten) Anlass zu ernster Besorgnis sein“ (S. 139). Die Absicht, Russland in EU und NATO zu integrieren, wurde, worauf Terry Boardman hinweist, interessanterweise auch 2010 in verschiedenen Artikeln von Foreign Affairs verbreitet.

Langfristige Strategien

Angesichts der gegenwärtig stetig wachsenden engen Beziehungen zwischen Russland und China auf militärischem Gebiet und dem wirtschaftlichen Bereich der gemeinsamen Entwicklung von Infrastrukturen könnte einem die Idee des Economist einer chinesisch-islamischen Allianz wie ein schieres Phantasiegebilde vorkommen. Doch in der Geschichte geschehen immer wieder seltsame Dinge, und die britisch-amerikanische Elite arbeitet mit sehr langfristigen Planungen.

„Der Economist ist nicht dafür bekannt, sich in Spekulationen und Phantasien zu ergehen. Wenn jemand 1887 zum Beispiel gesagt hätte (als England noch in der «splendid isolation» verharrte und freundschaftliche Beziehungen zu Deutschland unterhielt, während es Frankreich und Russland feindlich gesinnt war), dass sich dieses Verhältnis innerhalb von nur 20 Jahren ändern würde, d.h. England in eine Allianz mit Frankreich und Russland gegen Deutschland träte, so hätte man das als Phantasiegebilde abgetan. Aber genau das wurde von einem Zirkel britischer Diplomaten und Staatsmänner zwischen 1887 und 1907 eingefädelt.“ 6

 Der „Vater“ der anglo-amerikanischen Geopolitik, der Brite Halford Mackinder (1861-1947), der mit seinen grundlegenden Schriften auch heute noch als wichtiger „Mentor“ der gegenwärtigen imperialistischen Strategen gilt, bekämpfte stets mit allen Mitteln ein russisch-deutsches Bündnis, weil dies die angelsächsische Weltherrschaft bedrohen würde. Auch der US-Geostratege George Friedman vom einflussreichen STRATFOR Think-Tank machte 2015 der Welt klar:

„Das Hauptinteresse der US-Außenpolitik während des letzten Jahrhunderts, im Ersten und Zweiten Weltkrieg und im Kalten Krieg waren die Beziehungen zwischen Deutschland und Russland. Vereint sind sie die einzige Macht, die uns bedrohen kann. Unser Hauptinteresse war sicherzustellen, dass dieser Fall nicht eintritt. (…)
Die Deutschen haben eine sehr komplexe Beziehung zu den Russen. (…) Die Urangst der USA ist, dass deutsches Kapital und deutsche Technologien sich mit russischen Rohstoffen und russischer Arbeitskraft verbinden – eine einzigartige Kombination, vor der die USA seit Jahrhunderten eine Höllenangst haben.“ 7

Die Anglo-Amerikaner verhinderten im 20. Jahrhundert nicht nur „dreimal erfolgreich (1. und 2. Weltkrieg und im Kalten Krieg) ein russisch-deutsches Bündnis. Mit Hilfe der Dummheit der Regierungsleiter dieser zwei Länder gelang es ihnen sogar, dass Russland und Deutschland zweimal in dreißig Jahren gegenseitig Krieg führten.“ 8

Aus ähnlichen Gründen hatte bereits Mackinder auch vor einem russisch-chinesischen Bündnis gewarnt, das die riesigen Ressourcen Zentral-Asiens und Sibiriens zum Aufbau einer mächtigen Flotte nutzen könnte, die zu einer gewaltigen Bedrohung der Flotten der «Meer-Wölfe» – England und Amerika – werden würde.

Russland – China

Doch ein immer enger werdendes russisch-chinesisches Zusammengehen scheint sich in der Tat gegenwärtig zu realisieren, und China ist heute weit mächtiger als es zur Zeit Mackinders war. Bereits im August 2015 führten Russland und China gemeinsame Marineübungen im Japanischen Meer vor der Küste der östlichsten Hafenstadt Russlands, Wladiwostok, durch.

„Es handelte sich um Phase zwei der gemeinsamen chinesisch-russischen Marineübungen namens Gemeinsame See 2015 die im Mai mit dem ersten gemeinsamen Manöver von zehn russischen und chinesischen Schiffen im Mittelmeer begonnen hatten. Die strategische Bedeutung der gemeinsamen russisch-chinesischen Marineübungen sowohl im Mittelmeerraum als auch in den Gewässern vor der chinesischen und russischen Küste im Fernen Osten ist nur die Spitze einer eindeutig weitaus größeren gemeinsamen Militärstrategie, die möglicherweise die Herrschaft der USA über die Weltmeere herausfordern wird.“ 9

Doch Fu Ying, Präsidentin der Außenpolitischen Kommission des Nationalen Volkskongresses und Vize-Außenministerin der Volksrepublik China von 2010 bis 2013 bestreitet in Foreign Affairs, January/February 2016, dass China ein Bündnis mit Russland beabsichtige. Peking und Moskau stünden sich nahe, seien aber keine Verbündeten. Und „die Verbesserung der US-chinesischen Beziehungen stellt einen wichtigen Teil der diplomatischen Bemühungen Chinas dar.“

„Die chinesisch-russische Beziehung ist eine stabile strategische Partnerschaft. …  Sie ist komplex, solide und tief verwurzelt. … China hat kein Interesse an einer förmlichen Allianz mit Russland, auch nicht an der Bildung eines anti-US oder anti-westlichen Blockes irgendeiner Art. Vielmehr hofft Peking, dass China und Russland ihre Beziehung in einer Art und Weise aufrechterhalten können, die den beiden großen Nachbarn ein sicheres Umfeld bietet, um ihre Entwicklungsziele zu erreichen und einander durch eine gegenseitig nutzbringende Kooperation zu unterstützen. …
Seither (1992) haben sich die chinesisch-russischen Beziehungen sukzessive verbessert und vertieft. … Trotz all dieser Fortschritte existieren noch immer Differenzen zwischen den beiden Nachbarn, und sie legen nicht immer den gleichen Schwerpunkt, wenn es um Fragen der Außenpolitik geht. … Der Aufstieg Chinas hat bei einigen in Russland Unbehagen ausgelöst, wo gewisse Leute Schwierigkeiten hatten, sich auf die relative Machtverschiebung zwischen China und Russland einzustellen. In Russland ist noch immer die Rede von «der chinesischen Bedrohung», ein Ausdruck, der aus vergangenen Zeiten übriggeblieben ist. Eine Umfrage, die 2008 von Russlands Stiftung für öffentliche Meinung durchgeführt wurde, zeigte, dass rund 60 Prozent der Russen sich Sorgen machten, dass die chinesische Migration in die fernöstlichen Grenzregionen die territoriale Integrität Russlands gefährde, 41 Prozent glaubten, dass ein stärkeres China den russischen Interessen schaden würde.“ 10

Hier zeigen sich aber Ansatzpunkte für die oben geschilderte Geo-Strategie des Westens. Und Terry Boardman sieht es als höchstwahrscheinlich an, dass die westlichen Eliten gerade jetzt Pläne  schmieden, um zu verhindern, dass durch den wachsenden Energiebedarf und die entsprechenden Transportwege über Sibirien und Zentralasien zwischen den sogenannten «Landwölfen» (Russland und China) die Wirtschaften Russlands und Chinas untrennbar verbunden werden. Auch bei den Kämpfen im islamischen Nahen Osten geht es vielfach um die Vorherrschaft über die Öl-Pipelines.

„Zwischen 2010 und 2012 verhandelten die russischen und syrischen Verbündeten mit dem Irak, um eine «islamische Pipeline» zu ihrem gemeinsamen Nutzen zu errichten. Diese Pipeline schmerzte die US-Alliierten, die sunnitischen Staaten Saudi-Arabien, Katar und die Türkei sehr, denn sie hatten ihre eigenen Pipeline-Pläne, für die sie den pro-russischen syrischen Präsidenten Assad entfernen wollten. Inzwischen bauen auch die Iraner an einer Pipeline nach Indien, über Pakistan, einem chinesischen Verbündeten.
Es besteht die Aussicht, mit Iran als Drehscheibe, eine Energie- und Transportverbindung herzustellen, die von China nach Syrien führt, eine neue Art von Seidenstraße zum Nutzen nicht nur der asiatischen Völker! Das bereitet aber den «Seewölfen» des Westens und ihren ökonomischen «Werten» große Sorgen. Sie fassen dies als Bedrohung auf, so wie sie vor dem Burenkrieg (1899-1902) das Auftauchen Deutschlands in den Gold- und Diamantminen Südafrikas oder den Bau der Bagdad-Bahn bedrohlich fanden. Bedroht wird nämlich ihre Monopolstellung der materiellen Grundlagen der Weltherrschaft.“ 8

Bei alldem steht offenbar im Hintergrund, langfristig den Islam und China für die Zerstückelung der riesigen ressourcenreichen Landmasse Russlands zu instrumentalisieren – wodurch sie selbst geschwächt werden -, Russland auf den europäischen Teil zu reduzieren und diesen durch die Einbindung in Euro-Amerika als eigenständige Macht ganz auszuschalten.

„Die Eliten des Westens haben immer verdeckt gehandelt, manchmal haben sie aber Informationen in codierter Form durchsickern lassen. … Warum sie das tun, bietet Stoff zum Nachdenken, gleichzeitig aber auch die Chance, ihre Absichten zu durchschauen, sie aufzudecken und dasjenige zu tun, was uns möglich scheint, um die Verwirklichung dieser Pläne zu verhindern.“ 11

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1    Z.B.: Die geheime Machtelite2    – Rudolf Steiner: Zeitgeschichtliche Betrachtungen I, GA 173a, S. 31
und Anmerkung S. 276-278;
– Zur Karte siehe: Weltenwende
3    Michael Stürmer gehört nach einer Untersuchung des Medienwissenschaftlers
Uwe Krüger zu den führenden Journalisten, die nachweislich mit transatl. Clubs    wie Aspen-Institut verbunden sind und stramm propagandistisch im Sinne der US- und Nato-Politik schreiben. Vgl.: Der Journalismus als Herrschaftsinstrument4    Terry Boardman in: Der Europäer Nr. 2/3 Dezember/ Januar 2015/16, S. 10 f.
5    Zitiert nach Terry Boardman a.a.O., S. 11
6    a.a.O, S. 11
7    epochtimes.de 20.3.2015
8    Terry Boardman a.a.O, S. 12
9    F. William Engdahl in info.kopp-verlag.de 19.1.201610  zeit-fragen.ch 26.1.201711  Terry Boardman a.a.O. S.13

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